(M)ein Debüt

Liebe Leser und Labor-Liebhaber,

mein Name ist Julia und ich bin der neuste Zuwachs im Verein TheaterLabor TraumGesicht. Ich möchte mich euch an dieser Stelle, in einem kurzen Beitrag, vorstellen.

Ich bin 29 Jahre alt und beende gerade den Masterstudiengang in Phiolosophie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Zuvor habe ich Philosophie und Politikwissenschaft an der Uni Trier studiert und mit einem Bachelor abgeschlossen. Ich lebe nun seit drei Jahren in Düsseldorf und mag die Stadt sehr, nicht zuletzt wegen des vielfältigen kulturellen und kulinarischen Angebots. In meiner Freizeit, wenn ich also nicht gerade die verschlungenen und verzweigten Pfade der mehr als 2000 Jahre alten Philosophiegeschichte bewandere, liebe ich es sehr zu schreiben und zu lesen, Kino, Oper und Theater zu besuchen, zu kochen (und zu essen) und die Welt zu bereisen.

Mein Wunsch ein Ehrenamt zu finden wurzelt in den Veränderungen eben jener Welt. Sie ist in den letzten Jahren dynamischer und unruhiger geworden, es haben sich feste Strukturen gelöst und neu zusammen gesetzt. Als 2015 Tausende Hilfesuchende ihren Weg nach Deutschland gefunden haben stand für mich schnell fest: man muss etwas tun. Ich muss etwas tun.

Gedacht, getan. So organisierte ich in Verwandschafts- und Freundeskreisen Sachspenden, Kleidung und Möbel, allerlei kleinere Dinge, die man für einen Neuanfang gebrauchen kann. Es war wirklich ein gutes Gefühl etwas geschafft zu haben, auch wenn es wahrscheinlich nur ein kleiner Tropfen auf einen sehr heißen Stein war. Beim Abliefern der Spenden wurde schnell klar, dass sich sehr, sehr viele Menschen ähnliche Gedanken gemacht haben. Aus diesen Gedanken folgte auch eine ähnliche Konklusion: Ich muss etwas tun. Und was da alles getan wurde! Ich war gerührt und beeindruckt davon, wie viele Menschen bereit waren, Menschen aus der Fremde zu helfen. Gerade in einer Zeit, in der auch Stimmen laut wurden, die forderten, die Hilfesuchenden abzuweisen, hat es mir Mut gemacht, dass viele Menschen helfen wollen und werden, mir Hoffnung dafür gegeben, dass man zusammen viele Probleme lösen kann, und dass wir als Bürger Kraft und Macht haben die Welt und unsere Gesellschaft nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Meine Lust am Ehrenamt war geweckt und es galt nur noch den richtigen Zeitpunkt abzuwarten und ein passendes Amt zu finden.

Durch mein Vollzeitstudium war ich leider bis vor kurzem zeitlich sehr eingeschränkt. Ich bin ein sehr genauer Mensch und möchte den Projekten, die ich mir vornehme, immer auch die Zeit widmen können, die sie benötigen, damit sie meinen Erwartungen entsprechend gelingen können. Seit Ende letzten Jahres bin im Home Office tätig und kann mir meine Zeit dementsprechend selbst einteilen. Deshalb habe ich bis jetzt gewartet, um auf die Suche nach einem Amt zu gehen. Ich begann die Foren für ehrenamtliche Stellen zu durchsuchen und fand dann vor einigen Wochen ein Inserat von Gianni und dem Verein TheaterLabor TraumGesicht. Ich war direkt beeindruckt von der Idee Menschen, durch das Medium Theater (mit Sprache und Bewegung), die Möglichkeit zu geben, einen Weg der individuellen Ausdrucksmöglichkeit zu finden, ob als berufliche Weiterbildung, oder als individuelles Werkzeug sich besser kennen zu lernen und die eigenen Grenzen neu zu setzten.

Nach dem ersten Treffen mit Gianni und Wolfgang war klar, dass nicht nur die Sache an sich eine schöne ist, sondern, dass die beiden Hauptverantwortlichen ihr ganzes Herzblut in dieses Projekt stecken. Ihre ehrliche Begeisterung und die Hingabe, mit der sie den Verein schon seit mehr als 30 Jahren nähren, ist stets präsent und löste bei mir einfach Lust zum mitmachen aus. Und nun bin ich hier. Ich werde den Verein hauptsächlich mit meiner Arbeit an diesem Blog unterstützen, trage also mit meinen Worten zum Projekt bei. Ich freue mich jetzt sehr darauf den Verein Stück für Stück von innen kennen zu lernen, auf die zahlreichen Menschen, die ihre Zeit und Arbeitskraft hier so bereitwillig investieren und auf die Magie des Theaters. Erste Station wird für mich am Dienstag der Schauspielkurs mit Wolfgang sein, in dem momentan Büchners Leonce und Lena geprobt wird.

Meinen eigenen Einstieg ins Ehrenamt nehme ich zum Anlass eine kleine Portraitreihe zu starten und euch hier auf dem Blog, nach und nach, andere Helfer vorzustellen. Seid gespannt und schaut rein!

Bis dahin, eure Julia

 

Lasst uns eine Bühne bauen – ein Spendenaufruf

Wir bauen endlich eine Probebühne

und nun nehmen wir allen Mut zusammen und bitten Sie dafür, ganz herzlich, um eine Spende. Helfen Sie uns bitte beim Gelingen dieses Vorhabens, denn Bühnenraum ist Lebensraum! Danke schon dafür im Voraus.

Zur kompletten Fertigstellung bitten wir Sie um Ihre Spende

Sie können direkt auf unserer Website online mit dem Spenden-Widget von der Bank für Sozialwirtschaft für dieses Projekt spenden. Unsere Bankverbindung finden Sie unter Verein-Spenden, falls Sie lieber überweisen möchten.

 

Großes ehrenamtliches Engagement

P1160299 webDank Urban und seinem unermüdlichen Einsatz wurden all die Materialien zur rechten Zeit geliefert, sodass wir am Samstag den 28. Januar um 9:00 Uhr mit dem Aufbau beginnen konnten.

 

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Das stabile Steltzwerk und die dicken Balken, welche als Untergrund der Probebühne dienen.

Galerie der Fleißigen:

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Samstag 28. Januar 22:30 Uhr

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Wir danken allen ganz herzlich:

Urban, Melvin, Andrea, Belgin, Betty, Heidi, Marc, Thies und Urban. Was eine aktive und heitere Truppe und was für ein wunderbares gelungenes Projekt.

Gruß

Gianni und Wolfgang

 

Mein Praktikum beim TheaterLabor TraumGesicht

Der Bühenaufbau

Am Samstag, dem 28.1., habe ich zusammen mit Urban, Andrea, Belgin, Mark, Thies, Heidi die Freundin von Mark und Betty die Probebühne im Pavillon aufgebaut. Leider kamP1160296 web ich ein bisschen später, da es keine Bahnverbindung gab, kam jedoch trotzdem und versuchte allen so viel zu helfen wie ich konnte.

Alle waren sehr motiviert und genau das half auch mir selber. Ich wurde so zusagen mitgezogen. Alle waren super gut drauf und sehr fleißig. Am Anfang hatte ich bedenken da ich die Leute nicht so wirklich kannte. Aber als ich dann herzlich begrüßt und aufgenommen wurde, hat auch das Arbeiten sehr schnell, mit den anderen Spaß gemacht. Auch wenn es sehr viel Arbeit war und auch sehr lange gedauert hatte, wollte man die Bühne fertig sehen. Zum Mittagessen gab’s dann auch eine leckere Gulaschsuppe zur Stärkung.

P1160336a webDas Ganze war auch super gut koordiniert. Einer sagte an und alle machten. Es gab auch keinen Streit oder dergleichen. Es herrschte eine super Freundliche Atmosphäre.

Leider musste ich schon früher gehen, da ich noch auf einen Geburtstag musste. Trotzdem wird der Tag noch lange in meiner Erinnerung bleiben. Und ich bin sehr stolz darauf, ein Teil von dieser Gruppe gewesen zu sein.

Der erste Schauspielunterricht

Die Schauspielstunden, soviel sag ich vorweg, haben sehr viel Spaß gemacht. Leider war Wolfgang krank und somit sind die ersten beiden Stunden ausgefallen. Aber zum Glück haben die anderen beiden stattgefunden.

In der ersten Schauspielstunde waren leider nur 4 Leute mit dabei. Das waren Kosta, Sigrid, Andrea und Mila. Das aktuelle Programm ist: Leonce und Lena von Büchner. Leider kannte ich den Text nicht. Das war aber zum Glück nicht so schlimm, da wir am Anfang erst mal mit den Verschlusslauten T und K gearbeitet haben. Danach hatten wir einen Gelenktanz und sollten immer ein Thema ausdrücken, aber immer in Slowmotion. Zuerst sollten wir alle Gelenke benutzen. Dann so kantig wie möglich. Daraufhin sollten wir uns so bewegen als das wir uns verstecken würden und dann das Gegenteil. Also uns so bewegen das jeder uns sehen soll. Uns richtig zeigen. Danach benutzten wir eine Bank um Langeweile zu zeigen. Also die Stimmung Langeweile vermitteln. Ich fand den Unterricht sehr spannend und interessant. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich bin froh hier beim TheaterLabor mein Praktikum machen zu können.

Der zweite Schauspielunterricht

Dieses Mal waren mehr Leute mit dabei, das waren Belgin, Cinur, Claudia, Gabriela und Peter. Auch diese Stunde war sehr schön, wenn nicht sogar schöner als die erste. Zuerst dachte ich das die Stunde genauso wird wie die vorherige. Aber dem war überhaupt nicht so. Zwar haben wir auch mit den Verschlusslauten gearbeitet, jedoch anders. Wir sollten uns einen Partner nehmen und ein kurzes Gedicht durchgehen. Nachdem wir dann geübt hatten sollten wir nach ca. 15 Min mit unserem Partner eine eigene Interpretation und Geschichte mit diesem Gedicht aufführen. Unsere handelte von einem Schiff, auf dem eine große Ungerechtigkeit geschehen ist und die ganze Mannschaft verschwunden war. Es wurde sozusagen zu einem Geisterschiff. Nach dem Spiel sollten wir uns Feedback einholen und ich suchte Claudia aus. Claudia hat mir ganz genau gesagt was ich dort gemacht hatte, welche Rolle ich vertrat und wie ich dachte. Sie hat alles perfekt beschrieben und ich war sehr erstaunt und glücklich darüber, erkannt worden zu sein. Leider wird Claudia in Zukunft nicht mehr am Unterricht teilhaben. Danach sollten wir eine Konversation zwischen Leonce und dem Hofmeister spielen. Ich war Leonce und habe versucht die Langeweile, die er hat, so gut wie möglich zu spielen und zur Geltung zu bringen. Hat sehr viel Spaß gemacht. Ich fand die Stunde besser da wir mehr improvisiert und mehr gespielt haben. Leider ist Freitag schon mein letzter Tag.

Das Sprechtraining

Dieses Mal stand Sprechtraining auf dem Plan. Mit Martin, Gabriela, Anja und Maike trafen wir uns am Donnerstag im Pavillon, um unsere Stimme zu trainieren. Für mich kostete es Überwindung, da ich nicht so derjenige bin, der schreit oder Laute mit hoher Stimme von sich gibt. Auch war das ziemlich schwierig für mich, da ich wegen meines Stimmbruchs nicht so gut an die hohen Töne ran komme. Spaß gemacht hat es auf jeden Fall und interessant war es auch. Wolfgang hat uns verschiedene Übungen gezeigt. Z.B. wie wir besser atmen können, also aus dem unteren Bereich unseres Bauches und nicht aus der Brust, oder unsere Stimme verbessern können. In der Gruppe hatte ich mich, nach dem Kennenlernen eigentlich sofort wohlgefühlt. Gabriela kannte ich ja schon. Die anderen jedoch noch nicht. Von Wolfgang haben wir noch 2 Blätter bekommen, auf denen alles nochmal zum Nachlesen war. Somit können wir die Übungen, die wir in den 2 Stunden gemacht haben, auf jeden Fall nachholen. Zudem stand auf einem dieser beiden Zettel, was gut für die Stimme ist und was nicht. Salbeitee hilft zum Beispiel und vor allem ganz viel trinken. Am besten Wasser ohne Kohlensäure. Das was ich hier gelernt habe, werde ich nicht so schnell vergessen. Ich kann das Sprechtraining nur weiterempfehlen.

Mein letzter Tag

So schnell vergeht die Zeit. Leider war ich die erste Woche nicht komplett da, weil Wolfgang erkrankt war. Aber zum Glück ging es ihm in der 2. Woche besser. An meinem letzten Tag, bin ich noch einmal im Büro gewesen. Hier habe ich dann noch einmal angeguckt, wie ein Verein verwaltet wird. Leider war  Ilse erkrankt und konnte nicht kommen, trotz alledem hat mir Gianni alles erklärt und sich um mich gekümmert. Ich finde das, was sich hinter einem Verein verbirgt, einfach nur riesig. So viele Daten und Menschen die tätig sind. Nach dem Ganzen, durfte ich an meinem Blog arbeiten und freue mich schon darauf diese Online zu sehen. Ordner geordnet habe ich auch, wobei ich erstaunt war, wie viele Menschen bei diesem Verein mitwirken und mitmachen. Zuletzt habe ich noch die Fotos, die wir am Samstag beim Bühnenbau gemacht haben, bei Photoshop bearbeitet. Ich möchte mich recht herzlich bei allen bedanken, die ich getroffen habe und mich nett willkommen hießen. Ich hatte eine recht kurze, aber sehr schöne Zeit hier. Besonders bedanken möchte ich mich bei Gianni und Wolfgang, die sich für mich eingesetzt haben und mir diesen schönen Praktikumsplatz beschert haben. Hoffentlich kann ich bald mal wiederkommen. Bis dahin auf Wiedersehen.

Willkommen Melvin, erster Praktikant 2017

Wir freuen uns, dass das neue Jahr auch mit einem Praktikanten gestartet ist. Melvin bewarb sich im Dezember. Er besucht die 10. Klasse des Krupp-Gymnasiums in Duisburg-Rheinhausen und interessiert sich für römische-Geschichte und seit einiger Zeit auch dafür, wie es wohl ist in andere Rollen zu schlüpfen und Menschen zu unterhalten.

Foto: Gianni Sarto

Ilse Neuenhofen und Melvin Ülker

Am vergangenen Freitag fing Melvin mit einer ersten Aktion an. Das Holz für unsere Probebühne wurde geliefert. Urban, Marc, Melvin und ich packten wacker an, die Bretter die manchmal mehr als die ganze Welt bedeuten, abzuladen und für Samstag so zu platzieren, dass wir mit dem Aufbau beginnen können.

Anschließend sind wir ins Büro gefahren. Dort hat sich Melvin einen Überblick verschafft, was an Verwaltung hinter unserem Verein steckt. Ilse Neuenhofen, treu und freundlich im TheaterLabor TraumGesicht in der Verwaltung aktiv, nahm sich seiner an und erklärte ihm  allerlei Vorgänge.

Mit einem Teller Hühnersuppe haben wir den ersten Tag Praktikum abgeschlossen.

Melvin wird sein Praktikum, einschließlich diverser Erfahrungen beim Unterricht, mit einem Erfahrungsbericht abschließen.

Einblick – Ausblick

Zum Gedenken

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Mucky

Vor einem Jahr habe ich an meinem Geburtstag die Methode: Geführtes Zeichnen vorgestellt. Damals war Mucky Jenny, meine Mutter, Freundin und Mitglied unseres TheaterLabor TraumGesicht e.V., mit dabei. Am 6. Januar früh am Morgen ist sie, in einen sonnigen Tag entschlafen. Nach einer langen Zeit des guten Abschieds, empfinde ich nun Dankbarkeit, Ruhe und Weite.

Wertschätzung

Während meiner Rückbesinnung verspüre ich das Bedürfnis dem TheaterLabor TraumGesicht zu danken. Es bietet seit langem Raum für Kultur und Bildung, Selbsterfahrung und vor allem künstlerisches Gestalten. Mit seinen Mitgliedern und Förderern, mit den Ehrenamtlern und Teilnehmern unterstützt der Verein die Umsetzung und Weiterentwicklung der Methode Slow Acting.

Unser Verein ermöglicht Teilnehmern, bei finanziellen Engpässen, ermäßigte Kursgebühren. Durch die Kooperation mit der Paritätischen Akademie NRW e.V. sind unsere Preise, im Vergleich mit ähnlichen Institutionen, niedrig geblieben sind. Das möchte ich an dieser Stelle besonders wertschätzen.

Probebühne

Die Handreichungen auf den bevorstehenden Wiederaufbau unserer Probebühne erfüllen mich mit Freude. Nächste Woche, nach dem Überblick der Kosten, starten wir einen Spendenaufruf. Ich bedanke mich heute schon bei den Helfern die, voraussichtlich am 28. Januar, mit dem Aufbau beginnen.

Bei meiner Methode Slow Acting wird der WEG bewusst großgeschrieben. Er ist das Ziel. Immer und überall. Wir kommen nie an. Der WEG ist ziellos, nur die Seele kennt das Ziel. Darum sollten wir uns von ihr führen lassen.

Frühe Begegnungen mit dem Geheimnis Seele prägten mich. Vor allem ihre Magie und Wunder in der Kunst und in der Heil-Kunst. Sie beleben mich bis heute und motivieren mich.

Wem die Natur ihr offenbares Geheimnis zu enthüllen anfängt, der empfindet eine unwiderstehliche Sehnsucht nach ihrer würdigsten Auslegerin, der Kunst. Goethe

 

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Barbara B. als Hagoromo

Meine ursprüngliche Profession als Schauspieler erweiterte und vertiefte sich durch theateranthropologische Studien und durch die jahrelange Beschäftigung mit Einweihungsprozessen in alten Mysterienspielen. Besonders wichtig ist mir die Erforschung und Erfahrung des Zusammenspiels von Imagination und Meditation, in Spiel, Übung, Ritual und ihre Auswirkung auf Körper, Geist und Seele.

Der WEG führte mich in mehrjährige, tiefenpsychologische und transpersonale Selbsterfahrungen und Weiterbildungen. Aus meinen jahrzehntelangen Erfahrungen und Forschungen als WEG-Begleiter, als Schauspiellehrer und Stimmbildner, als Psychodramatiker und als Coach, entwickelte ich im Laufe der Zeit meine Methode Slow Acting.

Veranstaltungs-Hinweis: Kultur und Bildung

Am 9. Februar um 19.30 Uhr erzähle ich vom ritualisierten Schauspielunterricht im Stile des Slow Acting, und vom Kammertheater der Stille und Langsamkeit, unserem Zukunfts-Projekt. Wir zeigen aus der Reihe Szene aus anderen Blickwinkeln kurze Videobeiträge.

Nun wünsche ich uns allen ein gutes, schöpferisches neues Jahr und die Kraft und den Mut, das Eigene und Wesentliche, das uns mitgegeben und zur Verwirklichung aufgeben ist, ins tätige Leben einzubringen. Die Probebühne und die Zeichenwerkstatt des TheaterLabor TraumGesicht laden zum Experimentieren ein.

Mit Gruß
Wolfgang Keuter

P. S.: Ich freue mich über den lebendigen Austausch mit dem Blog.

Danksagung für das wunderbare Stollenessen

Heute, den 13.12.16,  komme ich nun dazu, mich ganz herzlich für das wunderbare Stollenessen im Pavillon zu bedanken. Es war ein herrlicher Nachmittag. Der Stollen war köstlich.

Ich war erstaunt, wieviel Ehrenamtler/Innen im TLTG dazu beitragen, dass alles gut läuft. Alle wurden von Thies Eisele namentlich aufgerufen und es wurde ihnen für ihre Arbeit gedankt.

Gelobt wurde, dass sich der Pavillon mittlerweile in ein heimisches Örtchen verwandelt hat. Und im Frühjahr sollen wir dann eine richtige Probenbühne bekommen, die in Eigenarbeit aus Palletten gezaubert wird.

Immer wieder wurde zwischendurch ein leckerer Kaffee getrunken, ein Stück Stollen verzehrt, oder auch ein gutes Glas Sekt getrunken.

Nun ging es in unseren wunderbaren schwarzen Raum.

Es wurden zwei Filme gezeigt über das Nô-Theater. Dieses war sehr spannend. Eine Dokumentation, wie ist es entstanden? Es war faszinierend, mit wieviel Liebe jeder Nô-Spieler in seine Rolle hineinwächst. Die Aufgabe des Nô-Spielers wird von Vater zu Sohn weitervererbt. (Nicht an die Tochter). Mit vier Jahren fängt der Nô-Spieler die Ausbildung an, so dass er viele Jahre Zeit hat, um in diese anspruchsvolle Rolle hineinzuwachsen. Die Gewänder werden im Spiegelzimmer angekleidet. Die Masken sind kleiner als das Gesicht und werden kurz vor dem Gesicht befestigt. Im Scheinwerferlicht sieht man dann einen großen kräftigen dicken Mann mit einem kleinen Gesicht. Das ist faszinierend. Nachdem der Nô-Spieler vollständig eingekleidet und mit der Maske verbunden ist, verweilt er eine lange Zeit im Spiegelzimmer. Er betrachtet sich und wächst vollständig in seine Rolle als Nô-Spieler hinein. Dann betritt er über den Bühnensteg die Bühne und sein Spiel beginnt. Ist sein Auftritt beendet, schreitet er langsam von der Bühne über den Bühnensteg zurück. Er bleibt in seiner Rolle und kommt nicht wieder auf die Bühne zurück, wie es in westlichen Theatern üblich ist.

Nach einer kleinen Fragerunde war der schöne Nachmittag zu Ende. Es wurde gespült, aufgeräumt. Und mit einer sehr guten Stimmung fuhr ich mit Kosta nach Wuppertal. Noch mal einen lieben Dank an ihn, dass er mich mitnimmt. So komme ich immer gut und gesund zu Hause an.

Ein Dank an unser TheaterLabor TraumGesicht e.V., an Thies, Wolfgang und Gianni, die nun schon zum 3. Mal zu diesem leckeren Stollenessen einluden.

Eine schöne Adventszeit.

Gabriela

 

Engagiertes Aufräumen

Am Sa den 10. November war es wieder einmal soweit, wir trafen uns zum gemeinsamen Aufräumen in und um den Pavillon herum. Hintergrund ist, dass wir versuchen Schritt für Schritt auch eine Probebühne für unser kleines Kammertheater aufzubauen, so wie wir es in Mülheim an der Ruhr hatten. Damals nannten wir es:

Eines der kleinsten Kammerspiele Deutschlands.

Unserem Ruf folgten Andrea, Belgin, Kosta, Nora, Wolfgang und ich. Ein kleiner Imbiss stand bereit und die Kaffee-Maschine gluckerte fleißig vor sich hin.

Belgin und Andrea fingen im „schwarzen Raum“ an die große Rückwand, erneut, und die linke Seitenwand schwarz zu streichen. Folien auslegen, Material zusammentragen.

p1150464-webAll diese vielen Handgriffe. Statt einer Fußleiste wurde der helle Rand des Bodens vor der Rückwand gereinigt und dann auch schwarz gestrichen. Später halfen den beiden noch Kosta und Djedjiga beim Streichen.

So sind wir wieder einen Schritt weiter ins „schwarze Kabinett“. Am vergangenem Montag und Dienstag nutzen wir den frischen Raum gleich für unseren Schauspielunterricht mit einem ganz besonderem Lichteffekt. Zwei Spieler zeigten auf der Bühne eine kleine Szene aus Penthesilea und zwei Teilnehmer beleuchteten jeweils einen der Spieler mit einer kleinen LED-Taschenlampe. Es entstanden so sehr geheimnisvolle Szenen.

Draußen um den Pavillon herum kümmerte sich Nora um das kleine Beet, welches Sie im Sommer so lebendig und bunt bepflanzt hat. Leider fanden unsere vierbeinigen Nachbarn diese Blumenpracht nicht nur schön, sondern auch sehr lecker. Von den Blumen blieben nur die Malven. Also hatte Nora die Erde frisch umgegraben und mit Laub abgedeckt, darauf hatte sie so allerlei Zweige und gelegt und gesteckt, so dass sich unsere Nachbarn wundern werden. Fleißig kehrte sie das Herbstlaub vom Weg und half Kosta, der die Büsche und Bäume zurechtgestutzt hat, bei den Brombeeren.

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Mit Djedjiga zusammen hängte ich Stoffe in den vorderen Räumen auf, damit ein freundlicher Eindruck entsteht, wenn man auf den Pavillon zugeht. Durch Zufall fanden wir in der Werkstatt einen roten und mehrere weiße Stoffe. So entstand mit unserem Logo eine farbliche Einheit

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In den Räumen kümmerten sich Djedjiga und Wolfgang sich um „verrutschte“ Fotos in den großen Bilderrahmen. Überall wurde angepackt, aufgeräumt und aussortiert.

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Der im Kostümfundus haben wir uns den unzähligen Schals, Tüchern, Taschen und Schuhen gewidmet. Somit ist einiges wieder viel übersichtlicher geworden. All die wunderbaren Dinge warten nun auf ihren nächsten Auftritt.

Im Übungsraum wurden so manche der kleineren Flecken entfernt. Am Montag kam der Fensterputzer und am Dienstag unser fleißiger Helpling Lukas. Somit haben wir wieder klare, saubere und frische Räume.

Eure Handreichungen bedeutet uns viel im Hinblick auf den Aufbau unseres kleinen Kammertheaters. Vielen herzlichen Dank an alle und vielleicht auf ein Wiedersehen zu unserem traditionellen Stollenessen am Sa den 10. Dezember.

Gruß

Gianni und Wolfgang

Ein Dankeschön an Wolfgang und Gianni für den wundervollen Unterricht am 23.10.16.

Nachdem ich nun doch teilnehmen konnte, habe ich es keine Minute bereut. Es war so lehrreich, zumal nur Sigrid und ich die Teilnehmer waren. Es ist wirklich sehr toll, dass du Wolfgang und du Gianni, dass Ihr trotz der kleinen Anzahl den Workshop geführt habt.
Gianni, du hast uns so mit deinem uns Schminken verändert. Wir waren jemand ganz anderes. Toll. Ich traute mich nicht zu essen, damit die herrliche Veränderung nicht verschwomm.

Foto: Gianni Sarto

Und Penthesilea war verzaubert. Als sie dann mit den vier Gebärden auf Achilles zuging, ganz langsam, ganz langsam in Slow Acting. Vor und zurück. Die Gebärden haben Penthesilea geholfen, die Langsamkeit, die Stille, und dann kam der Text von ganz alleine. Super.
Und Sigrid, durch Wolfgangs Hilfe ging die Verspannung fort, hat ein wunderbares Spiel gezeigt. Das war für mich perfekt.
Ein schöner Tag, den ich nicht vergesse.
Das werden wir wiederholen. Hoffe ich, denke ich.

Lieben Gruß
Gabriela

Foto: Gianni Sarto

Das Element der Sprache

Das geflügelte Wort des französischen Schriftstellers und Kunsttheoretikers Denis Diderot: „Die Stimme ist ein Musikinstrument, dessen sich alle Menschen ohne Hilfe von Lehrern Prinzipien oder Regeln bedienen können!“ hat es in unserer Gegenwart zu trauriger Berühmtheit gebracht. Aus ihrem historischen Kontext gerissen wurde die Aussage des visionären Aufklärers zum Inbegriff einer intonierten Sorglosigkeit, wie sie sonst nur im Blockflötenkreis der musikalischen Früherziehung anzutreffen ist. Während wir unsere Geigen oder Klarinetten zu besonderer Stunde behutsam ihrem Futteral entnehmen und mit kundigen Händen und geübten Lippen zum Klingen bringen, bedienen wir uns unserer Stimme viel zu oft in der Manier einer Trillerpfeife: Funktional, viel zu eintönig und mit grauenhafter Atemtechnik.

Foto: Gianni Sarto

Bettina Morlang-Schardon wird von Wolfgang Keuter zu Workshop und zu ihrem Engagement begrüßt.

Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, bietet das TheaterLabor TraumGesicht regelmäßig eine Weiterbildung zur Stimmübung an. Unter der kundigen Anleitung von Wolfgang Keuter wird die Vermutung der Teilnehmer, dass auch die Stimme trainiert werden will, schnell zur Gewissheit. In einer einleitenden Vorstellungsrunde treten die unterschiedlichen Motive, die zu einer Auseinandersetzung mit unserem Instrument führen, beispielhaft zu Tage. Manchen „fehlt“ die Stimme, anderen „versagt“ sie nach einiger Zeit den Dienst, einige sind fasziniert von ihrer Ausdrucksmöglichkeit und einzelne interessiert vor allem ihre psychologische Komponente. Allen anwesenden Stimmen gemeinsam aber ist eine gewisse Gleichförmigkeit in der Betonung, ein Mechanismus, der im sozialen Miteinander Kontrolle und Ausgeglichenheit suggerieren soll. Im Laufe des Seminars soll noch deutlich werden, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

Die Übungen, mittels derer Wolfgang die Workshopteilnehmer an die Suche nach ihrer Stimme heranführt, sind ebenso leicht wie herausfordernd. Im Zentrum steht das Verständnis für die eigene Atmung, die Kontrolle des Luftstroms und schließlich der Einfluss der Körperspannung. Die ersten Übungen kommen ohne sprachliche Artikulation aus, sondern führen den Leib als Resonanzkörper vor. Bauchraum, Brust, Schultern und Kiefer sollen koordiniert bei der Hervorbringung des Tons zusammenspielen und das hemmende Gehirn für einen Moment an die Leine nehmen. Damit alles nicht ganz und gar abstrakt bleibt, hilft ein nah vor den Mund gehaltener Luftballon dabei, die Schwingungen haptisch erfahrbar werden zu lassen: Erst wenn der Luftstrom tief aus dem Zwerchfell herausfließt, tanzt der Ballon!

„Für die Sprache ist der Atem das Element!“ erklärt Wolfgang. Welchen gravierenden Unterschied die richtige Atmung hervorbringen kann, lernen wir Teilnehmer anhand kurzer Sätze, die auf einen Verschlusslaut enden. K, g, t, und d sind Laute, die im Sprachfluss markante Akzente setzen können, sofern sie korrekt geformt werden. Zunächst üben wir anhand von kurzen Sätzen oder Begriffen und schmettern Wörter wie „Kraft“, „Saft“ und „karg“ in verschiedenen emotionalen Schattierungen mal anderen Teilnehmern, mal dem Ballon entgegen. Als Höhepunkt der Übung dürfen wir uns an einem Zungenbrecher-Vers von Julius Hey versuchen, der unseren Wortschatz um das wundervolle Wort „Schicksalstücke“ bereichert. Dabei werden wir mit viel Takt, aber nachdrücklich korrigiert, müssen auch mal lachen und gewinnen nach und nach an Zuversicht.

Diese wird im letzten Teil der zweistündigen Workshops dringend gebraucht. Gemeinsam improvisieren wir einen Märchenschwank. Eine Teilnehmerin unternimmt den Auftakt und führt die Gruppe in die Welt eines fabelhaften Ameisenmonstrums von gänzlich zweifelhafter Gesinnung. Nach und nach wird nun reihum der Faden der Geschichte weiter gewoben, wobei der jeweilige Erzähler seinen Worten mithilfe der erlernten Techniken maximalen Ausdruck verleihen soll.

Am Ende der Übung sitzen alle mit glänzenden Augen auf ihren Stühlen, denn jeder weiß, er ist ein Stück über sich hinausgewachsen. Auf einer Handreichung begleiten uns die Übungen nun nach Hause, wo wir mit Geduld und Übung unsere Stimme zu erheben lernen werden….bepackt mit Rucksack, geneckt im Zickzack.

Zwischen den Kulissen…

Liebe Theaterlaboranten,

wie Henrike, die ihr im Juli schon kennengelernt habt, bin ich dem Ruf von Gianni Sarto und Wolfgang Keuter nach Stimmen für das TheaterLabor TraumGesicht gefolgt. Nach drei wunderschönen Jahren am deutschen Institut für Kunstgeschichte in Rom bin ich im vergangenen Mai wieder nach Düsseldorf gezogen und suchte seitdem eine Möglichkeit, mich in meiner neuen Heimat ehrenamtlich einzubringen. Als studierte Kunsthistorikerin, Germanistin und Soziologin in den Endzügen der Promotion, bin ich in der kulturellen Welt zuhause und interessiere mich für Theater, Kunst und Texte, seien sie geschrieben, gesprochen oder gesungen. Das Schreiben, der Umgang mit Sprache und die Erarbeitung von immer neuen Themen gehören zu meinen täglich Brot, die Leidenschaft für Geschichten und parallele Welten begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Als ich im Internet auf das TheaterLabor TraumGesicht gestoßen bin, war ich sofort Feuer und Flamme für die Möglichkeit, den Verein und seine Projekte durch journalistische Arbeit zu unterstützen. Schon kurze Zeit und ein Telefonat später, durfte ich zum ersten Mal hinter die Kulissen des weißen Pavillons in der Löbbeckestraße blicken. Der von Fotografien der Theateraufführungen gesäumte Flur ließ aus der Ahnung, dass hier Herzblut, künstlerischer Anspruch, Professionalität und Talent auf besondere Weise ineinanderfließen, Gewissheit werden.

Foto: Gianni Sarto

Der Streichholzverkäufer aus „Ein leichter Schmerz“ von H. Pinter

Nachdem Gianni mir die Arbeit des Vereins erklärt hatte, zeigte er mir den Kleiderfundus. Kleidungsstücke und Requisiten jeder vorstellbaren Fasson hängen und liegen bereit, um Alltägliches in Szenisches zu verwandeln. Über den Kleiderstangen präsidiert ein leuchtend rotes, kegelförmiges Kleidungsstück, das, wie Gianni mir erklärte, einer Figur als Kostüm diente, deren reine wortlose Präsenz ein britisches Ehepaar zunächst maßlos irritierte, um es dann rettungslos in seinen Bann zu ziehen.

Einen geradezu magischen Sog auf einen an der japanischen Kultur interessierten Menschen wie ich mich, übt eine Gruppe expressiver, im Schnitt asiatisch inspirierter Gewänder aus feinsten Stoffen aus, die mit metallgestützt ausgebreiteten Armen auf ihren nächsten Auftritt warten. Auf den gerahmten Fotografien und in den Fotomappen vergangener Aufführungen des TheaterLabors entfalten sie ihre exotische Präsenz an den Körpern der Schauspieler, deren Gesichter in Anlehnung an die Ästhetik des japanischen Kabuki-Theaters und die traditionelle venezianische Maske weiß leuchten. Während Gianni mir die Fotografien zeigte und seine Masken- und Kostümarbeit erläuterte, ging im Seminarraum ein Workshop zu Ende und Wolfgang gesellte sich noch einen Moment zu uns, um mich kennenzulernen. Einen Blick auf seine Arbeit durfte ich wenige Tage später im Workshop „Sprechtraining“ erhaschen, aber dazu in einem späteren Artikel mehr. Für den Moment freue ich mich sehr auf die Arbeit beim TheaterLabor TraumGesicht und hoffe, dass auf dieses virtuelle Kennenlernen bald ein persönliches folgen wird. Eure Bettina

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